Lehrerkooperation. Ausprägung und Wirkungen am Beispiel des naturwissenschaftlichen Unterrichts an Gymnasien

von: Harry Kullmann

Waxmann Verlag GmbH, 2010

ISBN: 9783830973966 , 312 Seiten

Format: PDF, OL

Kopierschutz: frei

Windows PC,Mac OSX für alle DRM-fähigen eReader Apple iPad, Android Tablet PC's Online-Lesen für: Windows PC,Mac OSX,Linux

Preis: 26,90 EUR

Mehr zum Inhalt

Lehrerkooperation. Ausprägung und Wirkungen am Beispiel des naturwissenschaftlichen Unterrichts an Gymnasien


 

2 Explorierende Untersuchung zur Lehrerkooperation (S. 99-100)

2.1 Forschungsrahmen

Die Möglichkeit der Bearbeitung eigener Fragestellungen zur unterrichtsbezogenen Lehrerkooperation ergab sich im Rahmen eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekts mit dem Titel Schulsystem und Kultur der Einzelschule als Kontext des naturwissenschaftlichen Lernens an Schulen der Sekundarstufe I.9 Die Ziele sowie die methodischen und designbezogenen Prioritäten dieses übergreifenden Projekts stellen zentrale Vorgaben für die Untersuchung zur Lehrerkooperation dar (s. Kap. 1.4). Aus diesem Grund wird hier das genannte DFG-Projekt in seinen Grundzügen erläutert.

2.1.1 Forschergruppe „Naturwissenschaftlicher Unterricht“

Das Projekt Schulsystem und Kultur der Einzelschule als Kontext des naturwissenschaftlichen Lernens in Schulen der Sekundarstufe I ist eines von sieben, zwischen 2003 und 2007 durchgeführten Projekten der DFG-Forschergruppe / des Graduiertenkollegs „Naturwissenschaftlicher Unterricht“ an der Universität Duisburg-Essen.

Selbsterklärtes Ziel von Forschergruppe und Graduiertenkolleg ist es, in interdisziplinärer Zusammenarbeit der drei naturwissenschaftlichen Fachdidaktiken (Biologie, Chemie und Physik) sowie der Empirischen Bildungsforschung und der Lehr- Lernpsychologie, durch die internationalen Schulleistungsvergleichsstudien deutlich gewordenen Probleme des naturwissenschaftlichen Unterrichts zu erforschen, um zu seiner Weiterentwicklung beizutragen. In einem Übersichtsartikel zu den Defiziten und Desiderata der naturwissenschaftlichen Lehr-Lernforschung halten die Antragsteller u.a. fest, dass Erkenntnisse über Bedingungen des Schulsystems und der Organisation der Einzelschule sowie über Bedingungen und Formen der Unterrichtsgestaltung benötigt werden (Fischer, Klemm, Leutner, Sumfleth, Tiemann & Wirth 2003, S. 179).

In methodischer Hinsicht stellen sie zudem heraus, dass es „zunächst vorwiegend deskriptiv orientierter Forschung zur weiteren Klärung der Probleme und ihrer Bedingungsgefüge“ bedarf (ebd.), denn „diese zunächst sehr breite Analyse ist die Voraussetzung für eine für weitere Forschung anschlussfähige Erkenntnisbasis“ (Fischer et al. 2003, S. 17). Das erziehungswissenschaftliche Projekt der ersten Antragsphase der Forschergruppe, beantragt und geleitet von Klaus Klemm, bildet den Rahmen für die vorliegende Untersuchung zur Lehrerkooperation. Seine zentralen Zielstellungen sowie das zugehörige Design erläutert das nachfolgende Teilkapitel.

2.1.2 Rahmendes Projekt über die Einzelschule als Lernkontext

2.1.2.1 Ziele des Projekts


Das Projekt Schulsystem und Kultur der Einzelschule als Kontext des naturwissenschaftlichen Lernens in Schulen der Sekundarstufe I erhält seinen wesentlichen Impuls aus der Feststellung, dass „kaum empirisch abgesicherte Erkenntnisse zum Zusammenhang zwischen Bedingungen schulischen Lernens auf den Ebenen des Schulsystems und der Einzelschule sowie deren fachspezifischer Wirkung vorliegen“ (Klemm 2003, S. 4).

Vor diesem Hintergrund besteht die übergeordnete Zielstellung des Projekts darin, „das Bedingungsgefüge für das Entstehen von Lern- und Leistungsergebnissen des naturwissenschaftlichen Fachunterrichts, soweit Bedingungen außerhalb des Unterrichts auf den Ebenen der Fachbereiche in den Schulen, der einzelnen Schulen und des Schulsystems insgesamt liegen, weiter aufzuklären“ (ebd., S. 16). Leitend ist in diesem Zusammenhang das bereits mehrfach angesprochene BLK-Gutachten (vgl. etwa Kap. 1.2.2.1), wonach der „systemische Gesamtzusammenhang“ im Auge behalten werden muss, wenn man Unterricht optimieren möchte (BLK 1997, S. 67).