Grenzen des Hybriden? - Konzeptualisierungen von Kulturkontakt und Kulturvermischung in der niederländischen Literaturkritik

von: Cornelia Leune

Waxmann Verlag GmbH, 2013

ISBN: 9783830978916 , 310 Seiten

Format: PDF, OL

Kopierschutz: frei

Mac OSX,Windows PC Apple iPad, Android Tablet PC's Online-Lesen für: Mac OSX,Windows PC,Linux

Preis: 35,99 EUR

Mehr zum Inhalt

Grenzen des Hybriden? - Konzeptualisierungen von Kulturkontakt und Kulturvermischung in der niederländischen Literaturkritik


 

Seit Mitte der 1990er Jahre Autoren wie Kader Abdolah, Mustafa Stitou, Hafid Bouazza und Abdelkader Benali für Furore sorgten, ist die Literatur von Migranten aus der literarischen Debatte in den Niederlanden nicht mehr wegzudenken. Besonders zu Beginn priesen Kritiker das Neue und Bereichernde und verwiesen zugleich auf die lange Tradition der Multikulturalität der Niederlande. Die Betonung der Verbindung von Elementen unterschiedlicher Kulturen lässt dabei besonders ein Konzept erwarten: das der Hybridität. In der niederländischen Rezeption der Literatur von Migranten spielt dieses Konzept jedoch kaum eine Rolle.
Die vorliegende Studie greift diese Diskrepanz auf und untersucht anhand von Beispielen aus der niederländischen Diskussion den historisch und geografisch spezifischen Gebrauch von Konzepten des Kulturkontakts und der Kulturvermischung. Im Zentrum der Untersuchung steht die Rezeption von sieben Autoren, die im Laufe des 20. Jahrhunderts debütierten: Albert Helman und Cola Debrot für die Zwischenkriegszeit und die 1950er Jahre, Frank Martinus Arion, Astrid Roemer und Marion Bloem für die 1970er und 1980er Jahre sowie Hafid Bouazza und Abdelkader Benali für die 1990er und 2000er Jahre. In der diachronen Perspektive zeigt sich, dass eine Rezeption unter Aspekten des Kulturkontakts und der Kulturvermischung keineswegs selbstverständlich ist. Ebenso wird deutlich, wie stark die Debatte durch nationale Traditionen und Denkweisen geprägt ist, die nicht zuletzt dem Anspruch des Offenheit und Instabilität propagierenden Konzepts der Hybridität Grenzen setzen.

Cornelia Leune (geb. 1979) studierte Mathematik, Anglistik und Niederlandistik an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Auslandsaufenthalte führten sie an die University of Saskatchewan (Kanada) und die Universiteit Leiden (Niederlande). Von 2006 bis 2009 war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Lehrkraft für besondere Aufgaben am Seminar für Niederlandistik der Universität Oldenburg tätig. Seit 2012 unterrichtet sie an einem Gymnasium in Köln.